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Maurer taufen ihre neue Herberge in Celle


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NEUENHÄUSEN. Die "Celler Mauer- und Steinhauerzunft von 1648" zählt sich zu den ältesten ihrer Art, denn für dieses Jahr liegt ihr eine sogenannte "Kundschaft" vor. Dieses Dokument musste jeder Wandergeselle bei sich führen. Es stellte eine Art Ausweis und Arbeitsnachweis dar. Vermutlich reichen die Wurzeln dieser Zunft aber noch weiter zurück.


Wandergesellen dürfen sich ihrem Heimatort nicht näher als 50 Kilometer nühern. Sie benötigen unterwegs die Möglichkeit, in einer Herberge zu logieren. Auch in Celle gab es so eine Herberge in einer Gaststütte, doch nach einem Inhaberwechsel musste die Zunft diese Herberge aufgeben. Bei einem zufülligen Gesprüch im Groben Otto mit Inhaberin Sabine Dismer entstand dann die Idee, diese Gaststütte als Herberge zu nutzen, denn im Haus stand eine Wohnung leer.


Mit einer "Biertaufe" wurde nun die Herberge eingeweiht, indem Martin "Schnulli" Greibke als Vertreter der Zunft das alte Herbergsschild mit Hilfe eines kleinen Stöckchens, genannt "Mini-Stenz", mit Bier bestrich. Dann wurde das Schild an die Fassade des Groben Otto montiert. Für die Celler Zunft habe eine Besonderheit gegolten: Normalerweise würden die Zünfte nach "Holz" und "Stein" aufgeteilt, aber in Celle seien auch Zimmerer und "Schieferdecker" Mitglied der Zunft gewesen, auch, weil sich die Maurer einmal monatlich mit den Dachdeckern getroffen hütte, erklürte "Wortführer" Greibke. Unter einem "Wortführer" ist so etwas wie ein Leiter der Region zu verstehen.


Allein schon wegen ihrer langen Geschichte waren die Zünfte immer reine Münnerbünde gewesen, doch daran nagt der Zeitgeist: An der Feier nahmen auch fünf Gesellinnen teil, drei von ihnen sind aktuell auf Wanderschaft. Sie dürfen noch nicht Mitglieder der Zunft werden, aber sie würden "toleriert", so Greibke


Autor: Peter Bierschwale

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